Donnerstag, 8. Mai 2008
Sommerfit
Mittwoch, 7. Mai 2008
Filmzitat-Stöckchen von Sari
Bei Sari habe ich mir heute ein Stöckchen erarbeitet, ach was, verdient. Sie hat bei diesem tollen Stöckchen nämlich aus einem Film zitiert und derjenige, der sich das Stöckchen holen möchte, muss den Film und nach Möglichkeit auch noch den Zitierten und die Szene nennen.
Für mich Filmfanatiker war das knacken des Streifens nicht sonderlich schwer. Bei der Szene tat ich mich allerdings schwerer, da der Film an sich nicht mehr so sehr präsent war. Wie dem auch sei, ich habe dieses wunderbare Stöckchen nun vor mir liegen und werde mir morgen ein Zitat überlegen, damit ihr etwas zu tun habt.
Seid geduldig und gespannt.
Keith Caputo in Aschaffenburg – Afterglow
Wahlweise auch: Lost in Aschaffenburg
Nun war es also soweit. Mit dem noch verlässlichen Regionalexpress ging es mit meinem Mitbewohner auf nach Aschaffenburg. Er zur Vorbereitung mit dem aktuellen Album im Ohr via MP3-Player, ich mit der neuen Scheibe von Lenny Kravitz (weiß wirklich zu gefallen).
Ich musste schon schmunzeln, als mir auffiel, dass ich erst zum dritten Mal in A´burg war und es nur im Jahrestakt ins bayrische Nizza schaffe (April 2006, März 2007 und nun Mai 2008 –steht mein nächster Besuch nun im Juni 2009 an?). Wie auch immer, den Weg ins Colos-Saal haben wir schnell gefunden. Vorbei am unfreundlichsten Ticketabreißer ever standen wir im Konzertsaal. Spätestens hier wusste ich, dass der Name eher Ironie denn Größenwahn ist. Aber als Location trotzdem ganz lauschig.
Der T-Shirt-Stand war taktisch clever gleich im Eingangsbereich aufgestellt, so dass der werte Chozen gleich zuschlagen musste und sich neu eingekleidet hat. Als er dann noch Schlappeseppel für 2,50 die Flasche entdeckte war sein Abend inklusive Konzert gerettet.
Pünktlich um 9pm stand mit Ricky Warwick auch das Vorprogramm auf der Bühne. Netterweise war er alleine, was im Anschluss keine sonderlichen Umbauarbeiten auf der Stage bedeutete. Ricky war ganz nett. Einen Soloauftritt über elf Songs mit einer Gitarre und ab und zu mal mit einer Mundharmonika in gerade einmal 57 Minuten runterzureißen schafft auch nicht jeder. Der Saal war zumindest auf den Main-Act vorbereitet Stimmlich fand er sich unserer Meinung nach irgendwo zwischen Bon Jovi und Chad Kroeger wieder.
Kleines Highlight am Rande: nichtsahnend traf ich einen Kumpel aus Frankfurt wieder, mit dem ich ab Oktober im betriebspraktischen Semester zusammenarbeiten werde. Ein wenig über Basketball und seinen (und bald auch meinen Job) gefachsimpelt und dann wieder der Musik gewidmet. Der Scheinblogger stieß kurz danach auch noch zu uns.
Schlag 22 Uhr kamen dann Keith und seine Band, die Sad Eyed Ladies, on stage. Es wurde auch nicht lange gefackelt. Gleich mit der ersten Nummer stand das Publikum Kopf. Das LineUp der Songs war gut, die Bühnenpräsenz unglaublich. Dafür das er kaum größer als der Mikrofonständer ist hat er wirklich Power. Entgegen der Vermutung waren von den knapp 16 Songs mehr aus seinem letzten denn aktuellen Album, was mich etwas gewundert hat, der Stimmung aber keinen Abbruch tat. Es war ein klasse Konzi bis zum Ende und ich würde beim nächsten Mal wohl auch wieder hingehen.
Gegen halb 12 war er dann offiziell fertig und ich machte mich noch vor der Zugabe auf die Socken Richtung Hauptbahnhof, um den letzten Bus nach Hause zu kriegen, während meine Begleiter noch dableiben und Autogramme erhaschen wollten.
Hier beginnt jetzt die kleine Odyssee. Ich war überpünktlich am Aschaffenburger Hauptbahnhof und studierte zur Gewissheit nochmals den Busfahrplan. „23:57 Uhr – Bus 677: Aschaffenburg Hauptbahnhof nach Darmstadt Hauptbahnhof über Bahnhof Dieburg“.
Wunderbar denke ich mir. Noch massig Zeit und ich stehe vor dem Bahnhof, um den Bus auf jeden Fall sehen und abfangen zu können.
Ich warte also. Und warte. Und warte. Kein Bus. Dafür mein Mitbewohner, der unseren Kumpel zur Autogrammjagd abdeligiert hat, um auch noch nach Dieburg kommen zu können. Wir warten also immer noch. Der Bus sollte jetzt eigentlich da sein, wir sehen ihn aber nirgends. Nochmals die Haltestellen abgecheckt, aber die Infos waren wertlos. Die wartenden Passanten auf der anderen Straßenseite sind genauso ratlos wie wir. Man sieht ihnen an, dass sie nicht von hier sind.
Mittlerweile ist auch unser Kumpel von der Hatz nach Signierungen zu uns gestoßen – erst einmal via Mobiltelefon. Mit der brandaktuellen Info, dass der Busbahnhof „Aschaffenburg Hauptbahnhof“ noch 200m die Straße runter ist, hilft er uns jetzt, gute zehn Minuten nach Mitternacht, unglaublich weiter…
Eine nette Dame mit Trollie hat sich derweil zu uns gesellt und fragt uns, ob wir auch auf den Bus nach Dieburg gewartet hätten. Und so stehen wir da. Zu dritt, planlos. Der Sonnenscheinblogger ist nun auch in natura bei uns Gestrandeten aufgeschlagen, als wir auf die Idee kommen uns ein Taxi zu nehmen. Eine erste kurze Anfrage bezüglich des Fahrtpreises von A´burg nach Dieburg, dann werden die Finanzen gecheckt. 37 Tacken durch drei scheint okay, obwohl man doch noch kurz überlegt. Ja, das Geld könnte man durchaus sinnvoller investieren, aber um diese Uhrzeit ist die Aussicht auf einer Couch zu übernachten, wenn man ein kuscheliges Bett auf sich warten hat und zu allem Überfluss am nächsten Morgen früh raus soll, nicht sonderlich reizvoll. Also werfen wir drei unsere Kröten zusammen und entern die Stern-Kutsche ins Venedig Südhessens. Kurz vor ein Uhr fiel die Tür hinter uns ins Schloss und wir in unsere Betten.
Ach ja, entweder ist Caputo ein mieser Hellseher oder einfach nur ein Sarkast. Er hat die CD-Inlays mit „Hope you catch the bus“ signiert.
Dienstag, 6. Mai 2008
Keith Caputo in Aschaffenburg
Nachdem er sein zweites Album eine Zeit lang 24/7 rauf und runter gespielt und mir somit die Hälfte seiner Texte näher gebracht hat, habe ich mich auf heute Abend eingelassen.
Wenn wir den Abend und den mitternächtlichen Bustrip zurück nach Dieburg überleben sollten, gibt es morgen eine Review.
Danyo goes international - Part VII
Weltweit: Soria (SPA), Islington (CAN), Warka (POL), Portsmouth (UK), Amsterdam und Schoonhoven (NDL).
US of A: Dallas (Tex) und Morrisville (NC).
Schweiz: Rheinfelden, Dulliken, Basel, Ostermundigen, Menziken, Mellingen, Niederwangen, Burgdorf, Emmen und Zürich.
Österreich: Eugendorf, Salzburg, Weiz. St. Polten, Micheldorf in Oberösterreich, Innsbruck, Purkersdorf, Neudorfl, Klagenfurt, Graz und Wien.
Deutschland: Crimmitschau, Aschersleben, Birkenau, Bendorf, Velbert, Lehrte, Achern, Mülheim an der Ruhr, Frankenthal, Bad Hersfeld, Hemmingen, Halle, Trier, Chemnitz, Schönfeld, Bremerhaven, Einbeck, Freiburg, Idar-Oberstein, Jülich, Ottendorf-Okrilla, Dieburg, Erlangen, Wedel, Stein, Heppenheim an der Bergstraße, Neumünster, Trossingen, Groß Glienicke, Germersheim, Leinfelden-Echterdingen, Dresden, Hoisdorf, Seevetal, Türkheim, Oberkirch, Karben, Bornheim, Hohenstein-Ernstthal, Garching, Kronshagen, Lüneburg, Schweinfurt, Karlstadt, Wiesbaden, Heilbronn, Spangdaheim, Witten, Bochum, Hassloch, Ratingen, Minden, Bayreuth, Mettmann, Rosrath, Kulmbach, Herne, Offenburg, Kesselsdorf, Maintal, Oldenburg, Meisenheim, Wesel, Mannheim, Niederkassel, Krefeld, Karlsruhe, Münster, Regensburg, Hildesheim, Rangendingen, Norderstedt, Worrstadt, Ladenburg, Osnabrück, Rostock, Nortrup, Emden, Gießen, Blaubeuren, Lauterbach, Ronnenberg, Apfelstadt, Langen, Fellbach, Erfurt, Bremen, Würzburg, Herford, Essen, Bonn, Kassel, Nürnberg, Stockach, Sindelfingen, Recklinghausen, Bad Schwalbach, Senftenberg, Teltow, Heidelberg, Oberursel, Bingen, Wuppertal, Kiel, Schwetzingen, Wetzlar, Stuttgart, Cottbus, Bal Vilbel, Hannover, Neu-Isenburg, Leipzig, Bretten, Düsseldorf, Eltville, Fulda, Köln, Hamburg, Overath, München, Ingelheim, Mainz, Berlin, Finsterwalde, Braunschweig, Frankfurt am Main, Darmstadt und Kelsterbach.
[´ne Karte gibt es diesmal keine, da mir gerade die Lust fehlt eine zusammenzubasteln - sieht ja eh immer ähnlich aus...]
Randnotiz: zum ersten Mal überhaupt wurde mir Dieburg als Ausgangspunkt eines Klicks angezeigt. Na sowas aber auch.
Sonntag, 4. Mai 2008
Drei Monate Twitter - ein Rückblick
Ich weiß noch, ganz freiwillig ist dies nicht geschehen. Sie und er (übrigens mit neuem Design) haben mich immer wieder gedrängt anzufangen, weil es "total abgefahren ist und Spaß macht". Ich war anfangs ein wenig skeptisch, da ich dachte, mein Blog würde mir reichen, um mich kommunikativ auszutoben. Weit gefehlt!
Stolze 532 Tweets stehen mittlerweile auf der Habenseite, 34 Follower und 33 von mir Verfolgte sind verzeichnet und mein Faible für das Gezwitschere steigert sich eigentlich mit jedem weiteren Eintrag.
Ohne Twitter wären etliche interessante Websites und Tipps an mir vorbeigegangen, diverse Augenblicke nicht so versüßt worden, einige Vorlesungen und Diskussionen nicht so interessant gewesen und für mich am wichtigsten: die lose bestehenden Kontakte zu anderen mir mehr oder minder bekannten Bloggern konnten (ein wenig) vertieft werden - und ich würde diese auch gerne noch ausbauen und erweitern.
Von daher sage ich "Danke Twitter" und freue mich noch auf viele weitere schöne Zwitschereien mit dir.
Meister-Post
Schöner kann ich meinen 400. Post heute gar nicht füllen.
All Inclusive
Gestern war es endlich so weit: im Rahmen eines ausgiebigen Frankfurt-Tags war ich endlich in der Ausstellung „All Inclusive – Die Welt des Tourismus“ in der Schirn. Wurde auch höchste Zeit, schließlich ist heute der letzte Tag.
Auf die Ausstellung aufmerksam geworden bin ich schon Anfang Februar, als das hr-Kulturmagazin einen kurzen Fernsehbeitrag darüber gebracht hatte. War ich als Gern-und-immer-Tourist schon von den ersten Bildern begeistert, wurden meine Erwartungen auch vor Ort erfüllt.
Es begann schon mit dem Betreten der Vorhalle, die mit einem relativ einfachen Mittel Reisefeeling vermittelte. An der Wand hing eine der großen Boardingtafeln, wie sie am Flughafen die Start- und Landezeiten der Flüge anzeigt – nur mit dem feinen Unterschied, dass keine Zeiten angezeigt wurden, sondern nichts. Die Reise ging also nirgendwo hin, das ständige Klappern der umschwingenden Lettern versprach trotzdem Urlaubsfeeling pur.
Nach dem Kauf der Tickets ging es dann auch gleich weiter. Über dem Aufgang zur Ausstellungen hing ein riesiges Bild zweier zu Vergnügungsparks ummodellierten Flugzeugträger (ein Riesenrad über dem Meer auf hart Backbord inklusive). Sehr abgefahren die Idee.
Die Dame zum Ticketabreißen trug eine Stewardessen-Uniform und als weiteres Highlight am Anfang kam man nur durch einen Metalldetektor in die Ausstellung. Das dieser natürlich bei jedem anschlug war der besondere Gag an der Sache, denn erst mit dem verwunderten Blick zurück, was da jetzt eigentlich gefiept hat, sprang einem der große Begrüßungstext ins Auge.
„Für das Jahr 2010 rechnet man mit einer Milliarde Reisender. Seit Beginn des Tourismus Mitte des 18. Jahrhunderts steigt die Zahl der Touristen unaufhörlich. …“
An der Sicherheitsschleuse vorbei, bin ich gleich auf das nächste Déjà-vu jedes Flughafenbesuchers gestoßen: die Gepäckausgabe. Ein fünf mal fünf Meter großes, kreisrundes Gepäckband mit einem Koffer in der Dauerwarteschleife als einzigem Fahrgast darauf hat mich sofort an meine bisher acht Flughafenaufenthalte denken lassen. Die Installation hat also ihren ausgeschriebenen Zweck erfüllt.
Über das Sammelsorium einer sechs Jahre dauernden Reise durch Frankfurt und weitere Bilder, ging es weiter zu einer besonders interessanten Installation. In einem abgedunkelten Bereich der Ausstellung hatte einer der unzähligen Künstler eine Vielzahl an verschieden farbigen Plastikformen am Boden drapiert, die für den Betrachter als solche keinen Sinn ergaben. Ließ man den Blick aber die Wände im Hintergrund entlang schweifen, ergaben die angestrahlten Formen die Silhouette einer Großstadt in der Abenddämmerung.
Meine beiden Lieblingsinstallationen der Ausstellung fanden sich dann wenige Schritte später auf einer Ecke. Zum einen gab es eine, ich nenne es jetzt mal so, "Visualisierung der Verbundenheit der Welt durch das Reisen mit dem Flugzeug" und zum anderen die „Stadt im Koffer“. Beide hatte ich damals schon im Fernsehen gesehen und ich würde mal sagen, ich bin nur wegen dieser beiden in die Schirn gekommen.
Die Visualisierung war eine vier Meter hohe und ungefähr sieben Meter breite, himmelblau gestrichene Wand, die sich über zwei Ecken erstreckte und somit die Form eines riesigen Us einnahm. Auf jeder der drei Wände waren die größten/ wichtigsten/ meistbesuchten Städte des Kontinents als gelber Punkt markiert, alle untereinander mit einer dicken, gelben Kordel verbunden. Im Grunde sah es aus wie ein riesiges gelbes Spinnennetz, nur ohne erkennbares Muster. Hätte ich den Platz in meinem Zimmer, ich würde es glaube ich nachbauen...
Die „Stadt im Koffer“ war genau das, was der Titel vermuten lässt. Die Künstlerin hat mit Hilfe einfachster Mittel, nämlich gestrickter Farbüberzüge für kleine bis größere Packungen (der Begriff „Strickkondom“ fiel bei einem weiteren Besucher), komplette Skylines nachgebaut, zusammengepfercht auf der Fläche eines aufgeklappten Koffers. New York, Frankfurt, Paris, Shanghai. Das Fantastische daran war, dass man sie ohne Probleme erkennen konnte.
Was danach folgte war im Grunde nicht mehr sooooo spektakulär, da alles andere nun gegen meine Lieblinge abstinken musste.
Aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt und ich freue mich schon jetzt auf den nächsten Ausstellungsbesuch, wenn ich mich hier und dort umschauen werde.
Jeff Jarvis im ZEIT-Interview
Sehr lesenswert!
Danke an Jan für den Hinweis.
Donnerstag, 1. Mai 2008
darmspiegel #2 - Here we go again!
Wir freuen uns natürlich auch über jegliche Form von Feedback - sei es im Redaktionsblog oder aber direkt bei den jeweiligen Artikeln, die ihr alle auf der Site zur aktuellen Ausgabe mitnehmen könnt.
Vorsicht, Eigenwerbung:
Ich durfte die Titelstory schreiben und wieder den Filmbesserwisser spielen! Und zur Beruhigung: ich werde keine neue Karriere als Kabelträger beginnen...