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Dienstag, 30. Juni 2009

Von Bloggern, Kritikern, Missverständnissen, Fehlgriffen... ach, vieles eben

Eigentlich wollte ich den Tag ja mit meinem letzten Post beschließen, aber dann fiel mir ein Beitrag vom Wortteufel wieder ein, der mich zu einem anderen Text führte, der auf einem widerum anderen Blogbeitrag basierte.

In der Kurzform geht es um Folgendes (ich halte es jetzt sehr allgemein und gehe nicht groß auf Details ein): Eine Bloggerin hat ein Problem in ihrem Umfeld und schreibt darüber. So weit, so gut. In den Kommentaren wird schließlich eine Äußerung, die sich nicht explizit auf das Problem bezieht, (meines Erachtens nach) relativ falsch (und zu scharf) aufgegriffen, was eine langwierige Diskussion nach sich zieht.

Die daraus resultierenden Blogposts beschäftigen sich nun damit, ob man sich als Bloggender von jedem Kommentator alles gefallen lassen muss, ob man sich mit der Zeit eine heimelige und mit Zustimmung von außen gefüllte Blase aufgebaut hat und wie weit man als Kommentierender gehen darf.

Das klingt so jetzt ein wenig wirr (es ist wie gesagt spät), aber wer sich wirklich (sehr viel) Zeit nehmen mag, um sich mit einem der wohl grundlegendsten Probleme der auf Privatem und nicht Themenbezug basierenden Blogosphäre auseinanderzusetzen, der lese sich bitte die folgenden drei Beiträge - und das ist ganz wichtig - mitsamt den Kommentaren durch:

26.06. - Frau ... äh ... Mutti: "Was würden sie tun?"
29.06. - Ami: "bloggersprache - schwere sprache?"
29.06. - Wortteufel: "Ausgelagert."

Kommentare:

  1. hallo danyo

    ich hab es kurz überflogen und werde es mir gleich in ruhe noch mal durchlesen aber ich will dir kurz ein erlebnis von mir schreiben....

    ich habe einmal in meinem leben einen kommentar gelöscht.
    ich nenne meine kinder schon mal ableger. das ist nix böses gemeint und regional auch nicht untypisch.

    in einem posting schrieb ich eben das ich mit meinen 2 ablegern dieses und jenes gemacht habe und wurde aufs schärfste beschimpft wie ich meine so süßen kinder so nennen könnte und das ich es nicht verdient hätte kinder zu haben.

    es kam zu einigen ausdrücken die mir ein fremder mensch sicher nie auge in auge gesagt hätte und ich hab ganz schön schlucken müßen aber mich dann an die lösch funktion erinnert und auch benutzt.

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  2. Hallo zusammen!

    Gab es da nicht irgendwie in Holland ein Buch von einer Frau die irgendwas mit ihrer Katze gemacht hatte? Die ist doch auf's Übelste beschimpft worden und hat sich dann die Daten der User - sprich: deren Klarnamen - besorgt und das dann in einem Buch veröffentlicht.

    Meinungsfreiheit schön und gut, aber es gibt einfach zuviel was man niemals unter seinem echten Namen sagen oder schreiben würde weil man sich selbst dann unter ein extrem schlechtes Licht stellen würde.

    Auch finde ich es immer wieder interessant, wie sich manche Menschen immer in das Leben eines anderen Menschen einmischen zu müssen. Lasst die Leute doch einfach machen, früher oder später bekommt jeder in der jeweils für ihn passenden Form die Quittung präsentiert.

    Soweit meine Meinung dazu. ;-)

    Mfg aus heimatlichen Gefilden,

    P

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  3. vielen dank für die gute und umfassende zusammenfassung! ich finde es sehr spannend, welchen weg die diskussion genommen hat mit ihren ganzen facetten - schön:)!

    lg ami

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  4. @anke: es ist tatsächlich schon mehr als erstaunlich, welch hohe Wellen eine einzige noch so liebevoll gemeinte Äußerung manchmal schlagen kann - und wie rabiat manche Kommentatoren vorgehen, da sie sich anonym wähnen.

    Von daher ist der Löschen-Button manchmal tatsächlich ein Segen.

    Als es darum ging, dass Stuart angeblich ein Plagiat wäre, habe ich zeitweise auch darüber nachgedacht die Äußerungen der betreffenden Person einfach zu kicken, aber mich dann doch anders entschieden.
    Zum einen, da es ansonsten die Diskussion mit euch allen in dieser Form nicht möglich gemacht hätte, zum anderen, weil das Netz ein Raum ist, in dem sich jeder aufhalten kann und darf, wenn er das möchte. Und da muss man ab und an eben auch Störenfriede akzeptieren, die über die Stränge schlagen.

    Doch zum Glück ist das bislang tatsächlich der einzige Fall gewesen, in denen ich mir wirklich Gedanken über böse Kommentare machen musste - die in der Folge übrigens durch viele liebe, aufmunternde und tolle Kommentare und Mails eurerseits aufgehoben wurden =)


    @p: ja, du erinnerst dich ganz recht, wertes Bruderherz. Die holländische Künstlerin Tinkebell hatte ihrer dem Tode geweihte Katze die Qualen eines langsamen Dahinsiechens vorzeitig erspart und aus dem Körper eine Handtasche gemacht. In der Folge dessen gab es hunderte Hassmails inkl. Todesdrohungen, die sie gesammelt und mit Hilfe einer Freundin in höchster Akribie nicht nur dem Usernamen, sondern durch Recherche in anderen Netzwerken den Personen dahinter mit ihren Klarnamen zugeordnet hat.

    Das daraus resultierende Buch ist ein Bestseller in den NDL, weil es ebenfalls verdeutlicht, dass man im Web im Grunde nur halb so anonym ist, wie man glaubt. -> der dazugehörige SpiegelOnline-Artikel versteckt sich hier: http://tinyurl.com/op93dq


    @amidelanuit: freut mich, dass du an der kurzen Zusammenfassung deinen Spaß hast :) Wie oben schon erwähnt, ist es tatsächlich sehr spannend zu sehen, wie sich die Diskussion aus einer eigentlich komplett anderen Frage so dynamisch weiterentwickeln konnte.
    Ich für meinen Teil werde die nächsten Tage auf jeden Fall ab und an nochmals in die Artikel reinschauen, um weitere Entwicklungen mitzukriegen.

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